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Gemeindenachricht

Sozialstation St. Verena setzt auf E-Autos


Der Energie-Berater Andreas Gerlach und die Leiterin des Pflegezentrums St. Verena, Gisela Messmer, am Ladekabel: Rund die Hälfte der Fahrzeugflotte der Sozialstation St. Verena wird elektrisch betrieben. Bild: Ingeborg Meier

Die Mitarbeiterinnen der Sozialstation St. Verena sind begeistert. Sie sind auf jeder ihrer Halbtagestouren so zwischen 30 und 80 Kilometer auf der Straße. Die Autos, die sie dabei fahren, beschleunigen schnell, sind bequem, weil mit Automatikgetriebe ausgestattet, dazu sparsam bei den Verbrauchskosten und leise – weil mit Strom betrieben. Der Fuhrpark der Sozialstation besteht zur Hälfte aus Elektrofahrzeugen. Drei von ihnen hat die Sozialstation geleast, drei weitere werden im Carsharing-Modell mit der Tochterfirma „Auto Teilen Arlen“ des Energie-Beratungs- und Ingenieurbüros Andreas Gerlach betrieben.

Drei Jahre hat St. Verena gemeinsam mit vier weiteren katholischen Sozialstationen im Kreis Konstanz an einem Pilotprojekt des Erzbistums Freiburg für E-Mobilität teilgenommen. Der Anstoß zu diesem Projekt „Elektrisch mobil“ kam aus der Aachtalgemeinde. „Wir wollten schon lange etwas in dieser Richtung machen. Nach einem Gespräch mit Gerlach war uns dann auch klar, was“, sagt die Leiterin des Pflegezentrums St. Verena, Gisela Messmer, zu dem die Sozialstation gehört. Schnell stand fest, dass sich Elektrofahrzeuge für Sozialstationen mit ihren vielen Kurzstrecken gut eignen würden, für die keine großen Batterie-Reichweiten nötig sind. Für St. Verena ergaben die Berechnungen auch eine fast unschlagbare und nachhaltige Öko-Bilanz. Denn hier macht es eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach möglich, dass die E-Autos mit regenerativ erzeugtem Eigenstrom geladen werden.

Ein fast nicht zu überwindendes Problem stellten jedoch die Finanzierung der damals im Vergleich zu heute noch viel teureren Stromer im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor und die Kosten für die Ladeinfrastruktur dar. Da sprang dann die Erzdiözese Freiburg ein. Ihr Umweltreferent Benedikt Schalk sei von der Idee sofort begeistert gewesen, wie es heißt. Er habe gesagt, das mache man gleich im großen Stil, denkt Gerlach zurück. Für St. Verena habe das bedeutet, dass sie die rund 10000 Euro teure Ladeinfrastruktur zu 80 Prozent und die Fahrzeug-Leasing-Kosten zu 45 Prozent von der Erzdiözese bekam.

Die Erwartungen von 2014 haben sich erfüllt, zieht Gisela Messmer Bilanz. „Wir tun etwas für unsere Umwelt und den Klimaschutz.“ Das bestätigt auch eine Projekt-Begleitstudie des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die CO2-Emissionsbilanz fällt bei Verwendung eines regenerativen Strommixes wie bei St. Verena im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen insgesamt deutlich positiver aus. Einsparungen für die Nutzer gab es allerdings bislang nicht. Zwar sind die Energiekosten günstiger, das fressen jedoch die bislang hohen Anschaffungskosten auf. Eine Wirtschaftlichkeit ergab sich durch die Zuschüsse des Bundes und des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg.

Dass die kirchlichen Zuschüsse mit dem Ende des Förderprojekts "elektrisch mobil" nun wegfallen, macht Gisela Messmer wenig Sorgen. Das wird durch einen neuen Zuschuss mehr als wettgemacht. Die Rielasinger waren zwischenzeitlich auch in Stuttgart bei der Vorstellung von „Elektrisch Mobil“ dabei. „Nun wird E-Mobilität in sozialen Einrichtungen auch vom Land gefördert", freut sich die St. Verena-Chefin. 

Diözese mag Stadtflitzer

Im Rahmen des dreijährigen Projekts „elektrisch mobil“ der Erzdiözese Freiburg waren 15 Elektro-Fahrzeuge in insgesamt sieben Sozialstationen – fünf davon im Landkreis Konstanz – und in drei kirchlichen Verrechnungsstellen im Einsatz. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass die Erzdiözese Freiburg im Rahmen des diesjährigen Flottenwechsels einen großen Teil der Dienstwagen durch Elektrofahrzeuge ersetzt. 17 Renault ZOE wurden im Juli verschiedenen Einrichtungen übergeben. Rund ein Drittel der Dienstwagen der Erzdiözese Freiburg sind damit Elektrofahrzeuge. (drm)

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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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