Blick vom Rebberg auf die Ortsmitte von Rielasingen.

Weitere Informationen:


Bildergalerie 1 Südkurier

Bildergalerie 1 Südkurier


Filmbeitrag

von Frank Hellwig auf youtube

Gemeindenachricht

Rattlinger eröffnen Fasnacht mit Martinispiel auf dem Rielasinger Rosenegg

Südkurier vom13.11.2017 von Christel Rossner

Den abgelehnten Heiratskandidaten droht im diesjährigen Martinispiel "Die wählerische Prinzessin" der Rattlinger ein bitteres Ende. Von links: Marita Reitze-Fürst, Daniel Pieper, Gerd Schoch, Bögy Beger und Gunnar Kattge, vorn. Bild: Christel Rossner

Fürwahr, die Königstochter ist nur schwer zufriedenzustellen. Ihr genervter Vater will sie endlich los sein und an den Mann bringen. Nicht gerade mit Schönheit gesegnet, zeigt die Prinzessin bei der Vorstellung der Heiratskandidaten auch noch Haare auf den Zähnen. Davon konnte sich das Publikum überzeugen, pünktlich zum Auftakt der fünften Jahreszeit brachte der Rattlinger Narrenverein Burg Rosenegg am Samstag sein Martinispiel unters Volk.

Hoch zu Ross mischt sich ein Prinz (Thomas Gonsior) unter die Theaterspieler und die Zuschauer. Bild: Christel Rossner

Vom Wetter ließen sich die gut 450 Zuschauer nicht abhalten, auch wenn der Wind durch die Bäume über das Rosenegg pfiff. Denn eins ist gewiss: An Humor und Witz mangelt es den Stückeschreibern Dagi Wenzler-Beger und Peter Brütsch und auch den Darstellern nicht. Zudem bewiesen sie im diesjährigen Schwank "Die wählerische Prinzessin" wieder ihre schauspielerischen Qualitäten.

Auch diesmal ging die Reise in die Vergangenheit. Junker Hans und Burgvogt Spindler mischen sich als Zuschauer eines Theaterstückes unter ihre Untertanen, die Geschmack am Theaterspielen entdeckt haben. Dass Kultur schon zu Junker Hans' Zeiten die einfachen Untertanen erreichte, belegte Manfred Wallheim in seinem Prolog vor der Vorstellung anhand historischer Beispiele seit der Antike.

Ob die damaligen Inhalte dem Stück der Rattlinger entsprachen, sei dahingestellt. Die Zuschauer in Rielasingen hatten jedenfalls von Beginn an ihren Spaß. Der einsetzende Regen und kalte Windböen wurden gottgegeben hingenommen. Auch die Akteure scherten sich nicht ums Wetter. Selbst wenn sie barfuß oder in Holzpantinen durch das Spiel holperten, in dem der Prinzessin (in Hochform Marita Reitze-Fürst) drei Bewerber zur Wahl vorgestellt wurden.

Auf sie wartete eine lebensentscheidende Aufgabe: Bei Nicht-Lösung mussten der Henker (genial gespielt von Daniel Pieper) und der besorgte Pfarrer (Gunnar Kattge) ihres Amtes wirken. Doch leider litt jeder Bewerber unter Mängeln. Der eine war im Kopf ganz hell, aber nicht ganz schnell. Der zweite blitzgescheit, aber er hatte die Schlafkrankheit. Der dritte auch nicht der Hellste und ein Muttersöhnchen. Also nichts dabei für die Prinzessin. Für den Henker eine Herausforderung. Denn er war der Trunksucht verfallen, um sein mörderisches Handwerk psychisch zu verkraften.

Wieder nicht bei Sinnen, gelingt es dem Henker nicht. Der König (über den Dingen stehend Bögy Beger) fand die treffenden Worte: "Jede Hinrichtung ein Flop! Du bist eine Niete in deinem Job." Und dann taucht ein Prinz zu Pferde auf, doch der steht eher auf den König. Junker Hans (Andreas Fürst) greift in das Theaterstück ein und bestimmt die Paare. Der Burgvogt (Michael Blum) bekommt den warmen Prinzen, die Prinzessin muss mit dem Henker vorlieb nehmen.

Das Publikum sparte nicht mit Applaus. Die Aussagen: "Wie immer ganz toll" oder "Einfach klasse" mögen für diese Inszenierung stehen. Aufwändig ausgestattet erfüllten die Schauspieler alle Erwartungen.

Applaus für eine herrliche Aufführung: Auch die Zuschauer trotzten Regen und Windböen und waren bester Stimmung. Bild: Christel Rossner

 Die weiteren Akteure waren: Alexander Schlenker (Ansager), Gerd Schoch (Gerd vom Winkel), Daniel Schwarz (Daniel vom Schnaiderholz), Josef Duttle (Josef vom Oberholz), Ali Schoch (Wirtin), Karin Busshard (Marktfrau), Marlene Martin (Marktfrau), Dagi Wenzler-Beger (Mutter von Gerd), Thomas Gonsior (Prinz), Paul Schoch (Trompeter), Simon Mayer und David Mayer (Schreiner).
Redakteur / Urheber
^
Redakteur / Urheber

Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK