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Gemeindenachricht

Großer Wachwechsel in der Feuerwehr Rielasingen
Profi Viktor Neumann übernimmt die Führung des "Unternehmens"

Singener Wochenblatt online vom 11.03.2018 von Oliver Fiedler

Der scheidende Kommandant der Feuerwehr Rielasingen-Worblingen, Ulrich Graf, mit dem neu gewählten Vorstandstrio: Die beiden stellvertretenden Kommandanten Alexander Scherer, Daniel Piper und Kommandant Viktor Neumann. swb-Bild: of

Sein Nachfolger, Viktor Neumann (er ist Berufsfeuerwehrmann bei der ALU), wurde mit 60 von 63 Stimmen gewählt. Neuer stellvertretender Kommandant wurde Daniel Pieper, der mit 58 Stimmen gewählt wurde. Weiterer neuer Stellvertreter wurde Alexander Scherer der 50 Stimmen erhielt. Neumann kündigte an, dass es schon durch die demographische Entwicklung einige Umbrüche geben werde. „Die Stunden, die du im Einsatz gewesen bist, sind nie zu zählen, es müssen um die 800 Einsätze gewesen sein“, würdigte Neumann seinen Vorgänger. „Wir haben auch durch deinen Einsatz eine hervorragende Ausrüstung.“ Graf habe eine moderne und leistungsfähige Feuerwehr aufgebaut, in der trotzdem die „alten“ Werte wie Kameradschaft ganz hoch gehalten wurden. Bürgermeister Baumert unterstrich, dass Graf hier wirklich einen gut bestellten Acker übergeben könne.

In seiner letzten Bilanz bilanzierte Ulrich Graf ein Wachstum von 84 auf 87 Mitglieder, die Jugendfeuerwehr wuchs gar von 29 auf 39 Mitglieder. Zu insgesamt 55 Einsätzen wurde die Feuerwehr gerufen. Zum Glück zu keinem Großbrand, allerdings zu vier Mittelbränden. Drei Personen konnten gerettet werden, zwei Personen mussten geborgen werden in akuten Notfällen bei Türöffnungen. Man habe durchweg die Vorgabe von 10 Minuten bis zum Eintreffen der Feuerwehr nach Alarm erreicht, unterstrich Ulrich Graf. Was die Einsatzanwesenheit betrifft, so liege man bei einem Drittel, was dem Landesschnitt entspreche, Christian Scharr konnte gar für 91 Prozent Anwesenheit geehrt werden. Man habe damit das Unternehmensziel „starke Mannschaft vorhalten“ erreicht.

Vor 15 Jahren bei seinem Antritt habe man aus der Freiwilligen Feuerwehr das Unternehmen Feuerwehr gemacht, mit dem „Produktionsziel“ Sicherheit für die Bevölkerung. Dabei habe man viele autoritäre Strukturen aufgebrochen im Sinne einer Teamarbeit, in der jeder seinen Platz finden könne. In den letzten Jahren habe sich das Feuerwehrwesen sehr stark verändert: die Aufgaben seien viel komplexer geworden auch im Sinne des Grundsatzes von Schadensminimierung. Das bedeute einen viel höheren Übungs- und Fortbildungsaufwand, auch samstags und fordere die Einsatzleitungen im Besonderen. „Ein Rieseneinsatz wird hier im Ehrenamt geleistet mit zwei Dritteln vom einstigen Personal und der doppelten Zahl von Einsätzen“, so Ulrich Graf. „Wir müssen darüber nachdenken, gewisse Grundaufgaben aus dem Ehrenamt in den Hauptberuf zu überführen“, blickte Graf in die Zukunft. Auch um damit das Ehrenamt zu entlasten. Insbesondere durch die geplante Atemschutz-Übungsstrecke und auch ein Feuerwehr-Servicecenter für den Kreisfeuerwehrverband, seien neue Organisationsformen nötig. Wenn auch später, das neue Feuerwehrhaus kommen werde.

Sascha Wassmer, der als stellvertretender Kommandant aufhörte, berichtete von acht Lehrgängen und der Fortbildung an der neuen Drehleiter. Viktor Neumann informierte darüber, dass die neue Homepage noch kurz vor der Hauptversammlung freigeschaltet werden konnte, das war zu letzten Hauptversammlung angekündigt worden. Die Beschaffung und Ausschreibung der neuen Drehleiter habe viel Einsatz und Zeit gefordert. Das neue Gerät, das im Herbst eingeweiht werden konnte, sei von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen worden, es habe viele Anfragen aus der Bevölkerung gegeben für Probeeinsätze. 15 Drehleitermaschinisten wurden ausgebildet.

Helmut Richter als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands hatte vom Deutschen Feuerwehrverband das Ehrenkreuz in Bronze mitgebracht, um es Schriftführerin Andrea Debatin anzuheften. Sie hat dieses Amt seit 1995 inne und war zuvor schon als Schriftführerin der Jugendfeuerwehr tätig. Als Schriftführerin ist sie das „Büro“ der Feuerwehr und auch für den ganzen Schriftverkehr zuständig, einschließlich der Organisation der Verdienstausfälle bei Einsätzen. Als Hauptfeuerwehrfrau hat sie zudem alle Prüfungen absolviert und steht auch bei Einsätzen ihren „Mann“.  Noch-Kommandant Ulrich Graf (sein Nachfolger muss noch durch den Gemeinderat bestätigt werden) wurde von Richter mit der Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands in Silber geehrt. Verabschiedet werden musste in der Versammlung auch Kassier Hans Knecht.

Kreisbrandmeister Carsten Sorg informierte darüber, dass die Organisation der neuen digitalen Alarmierung in Arbeit sei und bis Mai 2019 umgesetzt werden solle. In der Diskussion sei derzeit eine Reform der Leitstellen. Die Bürgermeisterdienstversammlung habe am Montag den Kreis beauftragt, die neue Atemschutz-Übungsstrecke in Rielasingen zu planen, damit sei ein weiterer Schritt in diese Richtung vollzogen. Man wolle dort auch verschiedene Übungszenarien für verschiedene Situationen auf einer Übungsplattform bauen, wie ein Servicecenter für die Feuerwehren und auch noch das Katastrophenschutzlager aus Stockach umsiedeln. Was das koste, wisse man derzeit noch nicht. Das werde nach der Planung dann erst mal wieder der Bürgermeisterdienstversammlung als Entscheidungsträger vorgelegt.

Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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