Blick vom Rebberg auf die Ortsmitte von Rielasingen.

Gemeindenachricht

Hegau stöhnt unter der Verkehrsbelastung

Südkurier vom 07.03.2018

Stadträtin Veronika Netzhammer, Bürgermeister Ralf Baumert und Verkehrsminister Winfried Hermann. Bild: CDU, Peter Pisa, dpa / Montage SK

Am Anfang stand der Verdacht der Zeitverschwendung im Raum. Rund acht Stunden lang wurde jüngst beim Erörterungstermin des Regierungspräsidiums Freiburg zum Kiesabbau im Waldgebiet Dellenhau getagt und nicht nur die CDU-Fraktionsvorsitzende im Singener Gemeinderat und Kreisrätin Veronika Netzhammer fragte sich, was das Ganze angesichts der vorangegangenen ausgiebigen Debatten eigentlich bringen soll. Doch auch für sie zeigte sich am Ende, dass doch noch nicht alle Argumente bekannt und in ihrer Bedeutung gewürdigt wurden. So gibt sich die Politikerin in einem Schreiben überrascht, dass beim Erörterungstermin "klar herausgestellt werden konnte, dass der regionale Bedarf aus den bestehenden Abbauflächen gedeckt werden kann". Aus intensiven Nachfragen habe sich ergeben, dass sich bereits andere Kiesunternehmer weitere Abbauflächen im westlichen Hegau sichern konnten. "Die Versorgungssicherheit ist damit mittelfristig eindeutig gegeben", gibt sich Veronika Netzhammer. Dass das Kiesunternehmen Birkenbühl dabei nicht zum Zuge kam, brauche das Regierungspräsidiums in Freiburg nicht weiter zu kümmern. "Es ist nicht Aufgabe des Regierungspräsidiums", so die Ansicht von Veronika Netzhammer, "einem bestimmten Unternehmen über eine Ausnahmegenehmigung zu Abbauflächen zu verhelfen, wenn der Bedarf es nicht erfordert."

Kämpferisch

Verstärkend kommt für Veronika Netzhammer hinzu, dass die Belastung für Mensch und Tier im Fall eines Kiesabbaus im Dellenahu unverhältnismäßig hoch wäre – und was das anbelangt bekommt sie von Ralf Baumert volle Unterstützung. Der Bürgermeister von Rielasingen-Worblingen beteiligte in den Sozialen Medien an der Diskussion. "Es ist legitim verschiedene Meinungen zu einem Thema haben zu dürfen", schreibt er, um vorweg einen Beitrag zur sonst oft schlechten Debattenkultur in den Sozialen Medien zu leisten. Er selbst sieht sich allerdings als Kämpfer "für das Wohl meiner Bürger, die jetzt schon 18000 Fahrzeuge täglich an der Ramsener, Gottmadinger und Hauptstraße ertragen müssen". Dabei versetzt er Winfried Hermann als grünem Verkehrsminister des Landes einen Seitenhieb, denn der lehne eine Umfahrung der Gemeinde ab. "Unser Zollamt ist jetzt schon Ausweichamt für den Schwerlastverkehr von Bietingen", so schreibt Ralf Baumert weiter. Darunter befänden sich auch Kieslaster in die Schweiz und zurück, die zusätzliche Belastung durch den Lastverkehr infolge des geplanten Kiesabbaus im Dellenhau als "Doppelbelastung obendrauf geht gar nicht". Sollte der Kiesabbau entgegen aller Argumente genehmigt werden, dann dürfe es nach Ansicht des Bürgermeisters keinen Pendelverkehr Dellenhau-Überlingen-Ramsen und zurück geben.

Vorschlag

In diesem Zusammenhang passt es gut, dass man am Mittwoch, 14. März, um 19 Uhr im ersten Obergeschoss der Singener Stadthalle die Verkehrsangelegenheiten direkt mit Winfried Hermann besprechen kann. Der Verkehrsminister kommt auf Initiative der grünen Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger und wird einen "Impuls-Vortrag" mit dem Titel "Singen mobil – Herausforderungen einer klimaschutzorientierten Verkehrspolitik" halten. Vorschlag: Wer zu Fuß zur Stadthalle geht, liefert einen kleinen Beitrag zur Lösung der Probleme. (tol)

Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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