Blick vom Rebberg auf die Ortsmitte von Rielasingen.

Gemeindenachricht

Das Ortsbild wird zunehmend städtisch

Südkurier vom 13.04.2018 von Ingeborg Meier

Ganz neu wird er Arlener Lindenplatz durch ein neues Wohnprojekt geprägt. Die Gemeinde hat das Grundstück dafür bereits verkauft. swb-Bild: Binder

Die Aachtalgemeinde Rielasingen-Worblingen verändert ihr Gesicht. Das Ortsbild wird in der nächsten Zukunft zunehmend urbaner werden. Denn im Augenblick läuft die Planung für mehrere größere Wohnanlagen in zeitgemäßer Architektur an verschiedenen Stellen der Gemeinde. So wird unter anderen gerade der Bau eines ganzen neuen Quartiers mit 19 Gebäuden und bis zu 156 Wohneinheiten auf dem ehemaligen Schiesser-Gelände an der Singener Straße vorbereitet. Das jüngste Vorhaben stellte der Gottmadinger Architekt Daniel Binder, der als Geschäftsführer des Bauträgers Aachtal Bau GmbH auch der Investor ist, dem Gemeinderat vor: Die Bebauung Lindenplatz, für die der bisher dort geltende Bebauungsplan „Fabrikgut“ nun abgeändert wird.

Das geplante neue Objekt liegt direkt östlich des Jugendtreffs Juca 60 und des Rattlinger Narrenschopfes. 2800 Quadratmeter stehen hier unterhalb der Hegaustraße bis hin zum Aach-Kanal in Rielasingen zu Verfügung. In einer begrünten, gartenähnlichen Umgebung sollen hier 22 Wohnungen von 1,5 bis zu fünf Zimmern in einem Gebäude mit vier und in einem Gebäude mit sechs Geschossen entstehen. Die Grundrisse sind einer Barke nachempfunden und nehmen das Thema Wasser auf, die Geschosse sind nach oben hin teilweise terrassiert. Deswegen wird keine Wohnung vollständig der anderen gleichen. Zur Straßenseite hin zeigen sie eine relativ geschlossene Front, die der Aach zugewandte Seite ist gestaffelt, breit verglast und trägt die Balkone.

Als Schallschutz ist direkt an den Narrenschopf anschließend ein zweistöckiges Gebäude geplant, das Daniel Binder als Pförtnerhaus bezeichnet. Im oberen Geschoss soll eine Gewerbeeinheit entstehen. Durch das untere Geschoss führt die Zufahrt – ein toller Clou: In der Anlage selbst ist dann nämlich keine Zufahrt sichtbar. In zwei Tiefgaragen stehen 27 Parkplätze zur Verfügung, an der Hegaustraße befinden sich sieben weitere. Die Vorgaben der Gemeinde bezüglich Stellplätzen sind damit übererfüllt. Für Besucher reichen die Stellplätze aber nicht aus. Sie werden wohl – darüber sind sich die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat klar – die 21 öffentlichen Stellplätze mitbenutzen, die die Gemeinde an der Zeppelinstraße schaffen wird.

Bei den Gemeinderäten, die sich bereits zum dritten Mal mit dem Vorhaben befassten, stieß Daniel Binders jetziger Planentwurf durchgängig auf Zustimmung. “Das gefällt mir“, hieß es in mehreren Redeäußerungen. Ein bisschen Bauchgrimmen machten mehreren Gremiumsmitgliedern die sechs Geschosse des einen Gebäudes. Karlheinz Möhrle brachte es aber auf den Punkt: „Die Gemeinde wächst und wächst. Die Nachfrage nach Wohnraum ist enorm. Wir müssen uns an eine Verstädterung gewöhnen.“ Lothar Reckziegel konstatierte: „Mir ist es lieber, den Landverbrauch zu reduzieren und in die Höhe zu gehen.“ Und Holger Reutemann kam zu dem Schluss, dass durch die Böschung zur Straße hin die sechs Geschosse auch weniger ins Auge fallen werden.

Am 9. Mai soll der Aufstellungsbeschluss gefasst werden. Voraussichtlich wird der Bebauungsplan noch vor den Sommerferien rechtsgültig, sodass man mit den Bauarbeiten eventuell noch im Spätherbst starten kann.

Die Architekten

Daniel Binder ist unter anderem der Architekt des Museums Art & Cars in Singen. Auch in Rielasingen-Worblingen ist er kein Unbekannter. Das Architekturbüro Binder, Gottmadingen, zeichnet für die der geplanten Bebauung am Lindenplatz benachbarten Toskana-Häuser und die moderne Wohnbebauung Aachgärten verantwortlich. Ebenso für die Umbau-Planung für das Haus im Herzen Rielasingens, in dem sich die Bäckerei Schoch befindet. (drm)
Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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