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Gemeindenachricht

Zukunftswerkstatt sammelt Ideen für die Integration und sieht eine Chance in Betriebspraktika

Südkurier vom 23.05.2018 von Ingeborg Meier

Die Teilnehmerrunde der Zukunftswerkstatt 2018 mit Bürgermeister Ralf Baumert, der Integrationsbeauftragten Anja Kurz und dem Städtetag-Fachberater Martin Müller als Moderator (4., 5., und 6. von links, vorn). Bild: Ingeborg Meier

An der Integration der Flüchtlinge wirken viele mit. Rund 50 Teilnehmer kamen jetzt zur Zukunftswerkstatt 2018 in den Kulturpunkt Arlen, zu der in diesem Jahr die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Anja Kurz, eingeladen hatte. Ziel war, einen zwar auf dem neuen Integrationskonzept des Landkreises basierenden, aber auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnittenen Leitfaden „Integration“ zu erarbeiten, um konkrete und nachhaltige Strukturen für einen erfolgreichen Integrationsprozess zu etablieren.

Akteure aus Bildung, Politik, Gesellschaft und Kirche

Vertreten waren die haupt- und ehrenamtlichen Akteure aus allen Handlungsfeldern der Integration: vom Helferkreis und der Gemeindeverwaltung über die Kitas und Schulen, die Vereine, das Pflegezentrum St. Verena und die Kirchen bis hin zu den zukünftigen Integrationsmanagern im Ort und der Integrationsbeauftragten des Landkreises, Barbara Singler.

Auch Flüchtlinge arbeiten mit

Auch zehn Geflüchtete machten mit. Das soll zum festen Bestandteil der Integrationsarbeit werden: Das Einbeziehen der Flüchtlinge – wobei es bei der Integration nicht nur um diese geht: Es geht um die Integration aller Ausländer – also aller, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, so die Definition.

Zwölf Prozent der Ausländer sind Flüchtlinge

Und das ist ein Vielfaches mehr als Geflüchtete in der Aachtalgemeinde leben. Rund 15 Prozent beträgt der Ausländeranteil an der Bevölkerung im Landkreis, dreizehn Prozent in Rielasingen-Worblingen. Zwei Drittel von ihnen kommen in der Aachtalgemeinde aus den EU-Mitgliedstaaten, zwölf Prozent der hier lebenden Ausländer sind Flüchtlinge. Angehörige von 153 Nationen leben im Landkreis, in der Gemeinde sind Menschen aus 67 Nationen anzutreffen.

Neubürger als Bezeichnung für Ausländer

„Neubürger“ ist für die Gesamtheit der Migranten aktuell die offizielle Bezeichnung, die an diesem Abend auch oft bemüht wurde. „Man sieht, kulturelle Vielfalt ist hier Realität“, so Kurz. Martin Müller, Fachberater des Städtetags, moderierte und koordinierte die große Runde. Er brachte die Nachricht mit, dass Rielasingen-Worblingen 15000 Euro aus dem Landes-Förderprogramm „Gemeinsam in Vielfalt – Lokale Bündnisse für Flüchtlingshilfe“ erhält.

Bürgermeister verzeichnet beachtlich viele Wohnungsleerstände

Als ganz großes Problem bei der Integration wies Bürgermeister Ralf Baumert erneut auf den fehlenden Wohnraum hin. Die Gemeinde hat über die Unterbringung in eigenen Immobilien von privaten Vermietern Wohnraum gemietet. Ein Drittel der 24 gerade an der Gottmadinger Straße von der Gemeindetochter KEG erstellten Sozialwohnungen sind mit Flüchtlingen belegt, Wohnraum für 70 Flüchtlinge erstellt die Gemeinde gerade an der Zeppelinstraße. Sie hat darüber hinaus auch zunehmend mehr von Obdachlosigkeit bedrohte Deutsche unterzubringen.

Die jetzigen Projekte können nach Meinung Baumerts den Bedarf nicht decken, während es andererseits einen nach seinen Worten beachtlichen Leerstand von Wohnungen gibt. „Leerstände können wir uns nicht mehr leisten. Als letztes Mittel werden wir wohl mit amtlichen Einweisungen arbeiten müssen“, so seine Befürchtung.

Erfolgreiche Praktika

Zu den ersten konkreten Ergebnissen der Zukunftswerkstatt 2018 im Kulturpunkt Arlen gehört dieses: Das Pflegezentrum St. Verena hat gute Erfahrungen mit Geflüchteten als Praktikanten und als Mitarbeitern gemacht. Das Modell soll jetzt möglichst auf andere Einrichtungen und Betriebe übertragen werden. Zudem wollen die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt eine Fahrradgruppe gründen und es wird Radfahrkurse für Frauen geben. Auch die Gemeindebücherei will sich verstärkt in die bestehenden Kooperationen einbringen. (drm)
Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen