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Gemeindenachricht

Die Kreishandwerkerschaft feiert ihre neuen Gesellen

Südkurier vom 22.10.2018 von Sandra Bossenmaier

Handwerker, hier Maurer und Zimmerer in Kluft, sind eine Augenweide bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee in der Talwiesenhalle Rielasingen. Bild: Sandra Bossenmaier

Der Tag der Freisprechung ist ein wichtiger für das Handwerk. Bei der traditionellen Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee wurden insgesamt 194 Auszubildende in den Gesellenstand erhoben. Während der Feier wurde den jungen Gesellen, auch als Zeichen der Wertschätzung ihrer erbrachten Leistungen, ihre Gesellenbriefe überreicht.
Die Festredner waren sich einig: Der noch frische Gesellenbrief kann ein Zwischenstopp in der Karriere als Handwerker sein. Den Junghandwerkern wird bei Nutzung der vielfältigen Chancen eine erfolgreiche berufliche Zukunft prophezeit.

Wie die berufliche Weiterreise aussehen wird, hätten die jungen Leute selbst in der Hand, so der Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner. Eine chancenreiche, aber auch komplexe, Zukunft läge vor ihnen. Reiner ermutigte die jungen Gesellen in seiner Ansprache zu mehr. Die Wirtschaft boome, die Auftragsbücher seien voll, das Handwerk sei krisensicherer und stabiler denn je und biete sichere Arbeitsplätze. "Die Chancen sind da, Sie brauchen nur zuzugreifen", so der Präsident der Handwerkskammer mit Blick auf Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister und Betriebswirt. Hochrechnungen zufolge werden in den nächsten zehn Jahren rund 6600 Betriebe einen Nachfolger suchen.

Die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee ist ein wichtiger Tag für das Handwerk. Etwa 450 Gäste haben sich in der Talwiesenhalle eingefunden, um der Freisprechung beizuwohnen. Bild: Sandra Bossenmaier

Lebenslanges Lernen gehört dazu


Schlagworte wie Digitalisierung und Handwerk 4.0 sind die Aufforderung zu ständiger Weiterbildung. "Nutzen Sie die Karrierebausteine im Handwerk", ermutigt Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender. "Karriere mit Lehre", das ist der Lieblingssatz des Kreishandwerksmeisters. Sein Rat an die jungen Handwerker ist es, erst einmal als Geselle Erfahrungen zu sammeln. Der optimale Weg für eine Karriere im Handwerk sei, jetzt erst mal für drei bis fünf Jahre als Geselle Erfahrungen zu sammeln, um danach den Weg zum Meister zu begehen. Seiner Meinung nach ist es falsch, direkt nach der Lehre die Meisterschule zu besuchen. Grundsätzlich würden lebenslanges Lernen und Weiterbildung einfach dazu gehören, denn auch das Handwerk verändere sich.
Als Festredner geladen war Tengens Bürgermeister Marian Schreier. Er hatte sich mit Erfolg der Herausforderung gestellt, eine Festrede mit Unterhaltungsfaktor zu halten. "Schreiben Sie die Geschichte Ihres Handwerks fort", so sein Rat. In den Ausbildungsjahren hätten die Junghandwerker die Abläufe und Regeln ihres Handwerks erlernt. Doch hätten sie auch Erfahrungen gesammelt, die in keinem Lehrbuch stehen würden, die aber ebenso wichtig seien, um den Beruf erfolgreich ausüben zu können. Auch er betitelte den Gesellenbrief als Sprungbrett für die weitere berufliche Laufbahn. Dieser befähige zur Berufsausführung und Weiterbildung.

Was treibt Sie an? Lautete die Frage des Festredners Marian Schreier. Nach seiner Aufforderung tauschen sich die Nebensitzer darüber miteinander aus. Bild: Sandra Bossenmaier

Auch 450 Gäste kamen


Nicht auf alle Fragen wusste der Festredner eine Antwort. Marian Schreier hatte zur Vorbereitung seiner Festrede im Internet nach den häufigsten Fragestellungen zum Thema Freisprechung gesucht. Auf die Frage, was man anziehen solle, wusste er keine Antwort. Es sei eh zu spät, daran etwas zu ändern. Auch nicht, wie lange eine solche Feier dauern würde. Die Frage, ob man zu einer solchen Feierstunde gehen müsse, würden die zahlreichen Anwesenden wohl alle bejahen. Der Festsaal der Talwiesenhalle war denn auch voll, jeder Stuhl war besetzt. Rund 450 Gäste waren zu dieser wichtigen Feierstunde erschienen. Und doch waren etliche der eingeladenen jungen Gesellen zur Feierlichkeit nicht erschienen, um sich ihren Gesellenbrief abzuholen.

Die Besten unter den Absolventen


Bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee wurden als Kammersieger ausgezeichnet:
  • Automobilkaufmann: Jasmin El-Danab (Autohaus Martin, Stockach) und Dennys Kriesten (Autohaus Brodmann, Allensbach)
  • Bäcker: Michael Beckert (Herbert Siebrecht, Steißlingen)
  • Fachverkäuferin Fleischer: Sofie Meiselbach (Wolfgang Denzel GmbH, Singen)
  • Fachkraft für Lagerlogistik: Timo Mosbach (Gohm + Graf Hardenberg GmbH, Aach)
  • Glaser: Tobias Lauber (Gregor Lauber GmbH, Singen)
  • Goldschmied: Julia Häußler (Schmuckatelier Zobel, Konstanz)
  • Kauffrau im Büromanagement: Sahra Kaiser (Hertz Autovermietung GmbH, Singen)
  • Konditorin: Anne Katharina Blatter (Cafe Rosgarten, Konstanz)
  • Metall: Marco Eißer (Repnik Schlosserei GmbH, Radolfzell)
  • Zerspanungsmechaniker: Sergej Borisenko (Ludwig Keller GmbH, Engen)
  • Raumausstatter: Alexander Pochaba (Michael Pätzholz, Rielasingen-Worblingen) und Sophie Mayer (Daniel Marquardt, Allensbach)
  • Sanitär/Anlagenmechaniker: Robert Kotsch (Eckey GmbH & Co. KG, Singen)
  • Schornsteinfeger: Bianca Fehr (Peter Krattenmacher, Gaienhofen)
  • Schreiner: Nils Köhnemann (Schreinerei Sandmann, Konstanz)
  • Straßenbauer: Marco Schweizer (Straßenbau Meier, Stockach)
  • Zweiradmechatroniker: Tobias Rohr (Christian Rohr, Gottmadingen)
Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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