Banner Blick auf das Rosenegg

Gemeindenachricht

Tumult am Fuß der Burgruine: Narrenverein inszeniert Fasnachtsauftakt mit Freilichtspiel "Im Namen der Hose"

Südkurier vom 12.11.2018 von Sandra Bossenmaier

Die Theaterspieler der Rattlinger haben beim Freilichtspiel Schauspieltalent und Humor bewiesen. Bild: Sandra Bossenmaier

Blutrünstige Szenen und grausige Folter erregten Aufsehen und Gefallen bei den Schaulustigen. Pünktlich um 11.11 Uhr begann per Kanonenschlag droben auf dem Rosenegg das Martinispiel "Im Namen der Hose" des Narrenvereines Burg Rosenegg. Die Schauspieltruppe der Rattlinger – Verfasserin des Stückes Dagi Wenzler-Beger lobte diese als Wahnsinnstruppe – waren in ihrem Element und bewies Schauspieltalent sowie Humor.

Wo eine Diebesbande ihr Unwesen treibt


Kasse und Vorratskammer des Junkers Hans waren mal wieder leer. Statt warme Mahlzeiten lockte die Aussicht auf vegane Birkenrindenspaghetti und Regenwürmer auf dem Speiseplan. Wie geschickt, dass die bucklige Verwandtschaft des Junkers, Vetter Heinrich von Wartenfels aus Losdorf in der Burg Rosenegg das perfekte Versteck für seine Schatzkiste sah. Auf der Burg gebe es nichts zu holen, wer würde hier einen Schatz vermuten? Denn eine kuriose Angst und Schrecken verbreitende Diebesbande namens "Im Name der Hose" (über diesen Namen machte sich der ganze Hegau lustig) war unterwegs und hatte es auf das Gold der Verwandtschaft abgesehen. Mit dem erbeuteten Diebesgut beglücke sie arme Menschen.

Junker Hans stellt den Räuber


Drei Räuber, allesamt nicht die hellsten und mit schlechten Zähnen, schlichen bei Nacht in die Burg Rosenegg. Ungeschickt waren sie und weckten mit ihrem Radau den Junker Hans. Der kleinste, zwergenhafte Räuber wurde von ihm gestellt. Dieser wiederum erstach mit einem langen Messer den Junker. Blutüberströmt brach dieser zusammen. Burgvolk und Publikum mussten um das Leben ihres Junker Hans fürchten. Dessen Gejammer war groß. Fast wäre er gestorben, hätten seine zwei Knechte nicht nebenberuflich eine Zusatzausbildung zum Sanitäter gemacht und ihn medizinisch versorgt. Wobei der eine Medicus auch hierfür nicht taugte, er könne kein Blut sehen und musste sich dabei laut in einen Kübel übergeben. Was wiederum das zahlreiche Publikum sehr erheiterte. Nachdem die Diebesbande zwischen den Schaulustigen entdeckt und dingfest gemacht worden war, wurde der Nellenburger Commissär samt zart besaitetem Assistenten gerufen.

Folter und Qualen für die Diebe


Das Leid und die Sauerei auf der mitgebrachten Streckbank konnte dieser kaum ertragen, erspart blieb es ihm jedoch nicht. Denn die Diebe mussten verhört, gequält und gefoltert werden, bis sie ihren Auftraggeber offenbarten. Dem einen wurden die Zehennägel gezogen, dem zweiten die Zunge herausgeschnitten. Der kleinste Dieb, der den Junker erstochen hatte, wurde auf der Streckbank vergrößert. Die Arme hingen ihm zuletzt bis fast auf den Boden.

Schwer verletzt liegt Junker Hans (Andreas Fürst) auf dem Tisch und muss medizinisch versorgt werden, von links: Ali Schoch, Gerd Schoch, Karin Busshart, Simon Mayer, Marita Reitze-Fürst, Sandro Ienco und Michael Blum. Bild: Sandra Bossenmaier

Werner von Schienen als Drahtzieher


Die Gefolterten gaben den Namen des Oberbösewichtes preis: Werner von Schienen. Wie schon vermutet, kam bei den Armen kein Geld an. Alles Diebesgut wanderte in seine Taschen. Dieser schlich selbst in der Nacht in die Burg Rosenegg, um den Verbleib des Goldes zu prüfen und dieses an sich zu nehmen. Beim Versuch, sich seines Räubertrios zu entledigen, wurde er vom Burgvolk gestellt und dem Nellenburger Commissär übergeben.

Warum sich Mord und Diebstahl nicht lohnen


Zu Junker Hans' ursprünglichem Plan, sich an des Vetters Schatz zu bereichern, kam es im Tumult nicht. Bevor er dies umsetzen konnte, kam schon der Vetter zurück, um sein Gold abzuholen. Als Dank für den lebensbedrohlichen Einsatz zum Schutz von Schmuck und Gold durfte Junker Hans sich mit beiden Händen am Schatz bedienen. "Mord und Diebstahl lohnt sich nicht. Ehrlich währt am Längsten, so simmer's g'wohnt, dass sich lüege und betrüege niemols lohnt", so des Junkers Moral von der Geschicht.

Das Publikum, das das Freilichtspiel des Narrenvereines Burg Rosenegg bei lauen Novembertemperaturen gespannt verfolgt. Bild: Sandra Bossenmaier

Die Darsteller


Schauspieler: Michael Blum (Burgvogt Spindler), Karin Busshart (Küchenhilfe), Josef Duttle (Dieb), Andreas Fürst (Junker Hans), Thomas Gonsior (Commissär), Sandro Ienco (Knecht und Sanitäter), Gunnar Kattge (Werner von Schienen), Simon Mayer (Knecht und Sanitäter), Daniel Pieper (Assistent des Commissärs), Marita Reitze-Fürst (Köchin), Alexander Schlenker (Heinrich von Wartenfels), Ali Schoch (Junkers Frau, Agnes von Busnang), Gerd Schoch (Nachtwächter), Daniel Schwarz (Dieb), Dagi Wenzler-Beger (Mörder).
Hinter der Bühne: Unterstützung gab es von Schorsch Ehinger mit seinem Pferd und Anja Martin als Führerin des Pferdes, sowie bei Texthängern von Tina Grundl als Souffleuse, Prolog: Holger Reutemann, Text: Peter Brütsch und Dagi Wenzler-Beger
Redakteur / Urheber
^
Redakteur / Urheber

Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen