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Gemeindenachricht

Kies, Kräne und Visionen

Singener Wochenblatt online vom 25.02.2019 von Oliver Fiedler

Kuriose Fundstücke brachte die »Aach-Putzete« beim Schaflinger Narrenspiegel an den Tag. swb.Bild: of

Worblingen. Die Schaflinger Narren und ihr Publikum haben sich am Samstag kräftig auf die anstehende Fastnacht mit ihrem traditionellen Narrenspiegel eingestimmt. Die rund 400 Besucher am Samstag, die zwischen den Auftritten erstmals durch die Schaflinger Musik unter der Leitung von Thorsten Müller aus neuer Position schön schwungvoll unterhalten wurden, konnten einen wirklich bunten Abend mit viel Witz, Schelte und Alefanz im besten Sinne erleben. Gleich zur Eröffnung präsentierte Zunftmeister Thomas Bertsche den neuen Worbilo Theo Rüttinger, der ein echter Worblinger sein. Der Vorgänger im dicken Schafspelz mit den Auerochs-Hörnern, war ja nach Arlen umgezogen und ist zu den Katzdorfer Narren übergelaufen.

Nach der Minigarde »Scheependales« unter der Leitung von Magdalena und Johanna Mauritz wurde es ganz schön haarig auf der Bühne »Schoflingens Gospel Sänger« unter der Leitung von Reinhard Zedler mit Volker Brielmann, Dieter Gräble, Christian Kalyciok, Johannes Kern und Norbert Rückert hatten Afro-Look angelegt und nahmen sich den Brexit, den totalen Präsident Trump und viele weitere politische Brandherde im Swinging-Gospel-Stil zum Mitklatschen vorknöpft. 

Der Fanfarenzug eröffnete „In der Tonne« unter der Leitung von Tobias Zimmermann, obwohl er eigentlich zu gut für diese War. Der nächste politische Teil des Abends war dem Zunftmeister und dem Bürgermeister überlassen. Und da derzeit die vielen Kräne alle in Singen stehen und in der Doppelgemeinde derzeit kaum einer, mussten neue Visionen her. Thomas Bertsche Stelle das »Baumert Viadukt« vor, also eine Brücke über ganz Rielasingen. Das gäbe zwar Schatten für die Rielasinger, aber durch die vielen Posten würden dann die möglichen Windräder auf dem Schienerberg vielleicht nicht weiter auffallen. Und auch eine Alternative für den Kiesabbau hatten sich die beiden ersponnen: Aus Arlen eine einzige Kiesgrube machen, das wäre dann ganz nah an der Grenze und könnte den kommunalen Säckel füllen. Und wenn man schon ein Loch in Arlen hätte, könnte man gleich einen See bis zum Naturbad fortsetzen. Das Argument, dass die Katzdorfer aus Arlen meist nicht schwimmen könnten, wurde als nicht schlecht bewertet. Und es kam noch toller: denn aus dem Kupferdächle, dass die Gemeinde nun für ihre Flüchtlinge gemietet hat, könnte man eigentlich eine Raststätte für die vielen Schweizer machen, die sich in Richtung CANO nach Singen aufmachen würden.

Wie eine Fußballspiel im TV eine Beziehung zerrütten kann, führten die beiden Narrenspiegelmacher Heidrun Ullrich und Thomas Bertsche vor, obwohl sie damit sogar ein Kreuzworträtsel lösten.

Das Worblinger Littering in der Aach räumten Betinna Glaser Spallek, Angela Möhrle, Erika Weimer und Ilona Colantuono mit viel Fleischkäs-Hunger auf und wussten zu jedem Fundstück eine Geschichte. Die vielen Ratten, die ihrer Meinung durch den Dreck der Rielasinger vollfressen könnten, warfen sie aber wieder ins Wasser, damit sie nach Bohlingen abgetrieben würden. Und auch das Thema der neuen Datenschutz-Grundverordnung juckte die Schaflinger Narren: zum Finale erschienen alle mit der bekannten »Anonymous V-Maske« weit auf der Bühne. Da hatten freilich alle ihre Fotos schon von den unverhüllten Gesichtern gemacht. Da hatte das Miller-Ried-Balett am besten Vorsorgt: Herren verwandelten sich in Schwarze Strichmännchen für ihren Tanz.

Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen