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Gemeindenachricht

»Plastic-Attack« vor dem Supermarkt

Singener Wochenblatt online vom 24.07.2019 von Oliver Fiedler

Die Aktivisten von »Plastic Attack« aus Rielasingen mit ihren Einkaufswägen voller Plastikverpackungen aus einem Einkauf. swb-Bild: Hasenbrinck

Rielasingen-Worblingen. Kürzlich in der Mittagszeit vor dem Eingang eines Supermarkts in Rielasingen-Worblingen. Drei Einkaufswägen mit Plastikmüll, darum versammelt ihre „Erzeuger“ nach einem normalen Einkauf - dies war das Zielfoto der Aktion „Plastic Attack“, welche Schülerinnen und Schüler der Ten-Brink-Schule initiiert hatten nach dem Motto: „Unsere Kollegen gehen freitags, wenn wir Religion haben, demonstrieren, um anderen zu sagen: „Macht was.“ – und wir: machen was!“.

Unterstützt wurden sie von Plastikgegnern fortgeschrittenen Alters aus Singen und Umgebung, wie zum Beispiel Ute Schürmann vom neu entstehenden Unverpacktladen Singen und Team, Clemens Fleischmann (Ottilienquelle Randegg) und Architekt Achim Achatz und andere, so dass Elias Schrenk als Hauptinitiator feststellen konnte: „Es kam mehr Plastikmüll zusammen als ich dachte.“

Entstanden ist die Bewegung „Plastic Attack“ in Großbritannien. Diese schwappte über auf das Festland, wo es bereits in vielen Städten wie zum Beispiel in Wien und Bremen solche Aktionen gibt.

Ein Plastic Attack ist denkbar einfach und absolut legal, so die Initiatoren: Eine Gruppe verabredet sich zum Einkaufen, meist über soziale Medien. Jeder und jede kauft ganz normal für sich ein und hat jede Menge Baumwolltaschen, Gläser, Dosen und andere Behältnisse dabei. Nachdem alle bezahlt haben, befreien sie ihre Ware von sämtlichen Plastikverpackungen, füllen sie um und lassen die Verpackungen im Laden in den vorgesehenen Entsorgungsbehältern zurück, wie es das Recht aller Kunden ist. Davor allerdings sammelt die Gruppe alle Plastikverpackungen in Einkaufswägen und stellt diese für einige Minuten auf.

So macht sie den entstandenen Plastikmüll der Einkäufe sichtbar – für sich selbst und für andere Einkaufende. Dabei ist die friedliche Haltung aller Teilnehmenden ganz wichtig: die Filiale oder Kette oder Filialleiter sehen sie nicht als »Gegner«; sondern es geht um die generelle Kritik von Plastikverpackungen. Die Gruppe steht in diesen Minuten bereit für Gespräche und für Ideen, wie Plastikmüll weniger werden kann.

Die Reaktionen der Passanten reichten denn auch von verärgert über teilnahmslos bis hin zu solidarisch ermutigend.
Für viele stellte sich nach der Aktion die Frage: „Was bringt’s?“ Clemens Fleischmann sieht das realistisch: „Es geht nicht von heute auf morgen. Aber der ein oder andere denkt um.“
Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen