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Gemeindenachricht

Das Rathaus braucht einen Turm

Singener Wochenblatt online vom 16.02.2020 von Oliver Fiedler

Bürgermeister Ralf Baumert und Zunftmeister Thomas Bertsche brüteten beim Schaflinger Narrenspiegel wieder fleißig über ihre "Pläne" und wollen gar die Feuerwehr per Zug künftig auf Einsätze schicken. swb-Bild: of

Worblingen. Auch wenn die Strukturen des Schaflinger Narrenspiegels in der Hardberghalle traditionell sind, so waren es doch eine Menge Ideen, die hier aus Narrenmündern für die Gemeinde in die Welt gesetzt wurden, zum Vergnügen des Publikums beim viereinhalbstündigen Narrenabend.

Vorlagen wurden den Narren für ihre sinnige Schelte zuhauf im letzten Jahr geliefert und schon der "Worbilo" (Theo Rüttinger) konnte in seiner Begrüßungs-Bütt seinen Bogen vom Brexit über Trump, von den Klimastreiks bis kommunalen Eskapaden spannen. Auch die närrischen "Songwriter" Volkmar Brielmann, Christian Kalyciok, Johannes Kern, Norbert Rückert und Reinhard Zedler verspritzten als "Superman-Batman-Schofman" einiges Gift aus ihrem Narrenmund.

Eine Premiere gab es dieses Jahr für das Standortmarketing "ProRiWo" mit Jana Akyildiz, Oliver Alicke, Stephan Brixner, Bettina Glaser-Spallek, Anton Kohler und Werner Niete, die als "Pro-Ro-Wi" über allerhand Verkehrsvisionen laut nachdachten und mit dem Rielasinger Bürgerbus auch die Lösung für das Debakel beim Regionalbus-Start im Landkreis parat hatten. Die hätten Fahrer die sich auskennen würden, die pünktlich führen und Zeit hätten. Und da könnte Arlen wieder an die Welt angehängt werden mit einer Gondelbahn zur Talwiesenhalle, wenn erst die S-Bahn auch durch den Ort rauschen sollte.

In eine ähnliche Kerbe schlugen da auch Bürgermeister Ralf Baumert und Zunftmeister Thomas Bertsche mit ihrem Paradeauftritt. Sie sahen Arlen freilich als den neuen Nabel der Gemeinde, denn dort stehe ja die Halle, und auch der Weihnachtsmarkt werde nun dahin umziehen. Der FC Rielasingen hätte es ohne "Arlen" auch nie so weit geschafft. Freilich müsse man angesichts des Klimawandels doch überlegen, das Stadion lieber in die luftigen Höhen des Oberholz zu verlegen. Dann könne man das Stadion, falls es doch zum Abstieg komme, später noch als Waldkindergarten nutzen, meinten die beiden schnippisch. Was den neuen "Fuß" des Rathauses betrifft, so meinten sie gar, dass da auch noch ein Turm drauf gebraucht werde, der sogar Platz für den Narrenbaum bieten solle. Und das viele Geld für das neue Feuerwehrdepot könnte man sich mit Gleisanschluss sparen, spannen die beiden angesichts der Visionen, hier eine S-Bahn nach Singen zu etablieren. Dann gäbe es das Geld ja ganz vom Staat.

Ein besonderer Höhepunkt sind seit drei Jahren die "Putzfrauen" Ilona Colantuono, Bettina Glaser-Spallek, Angela Möhrle und Erika Weimer, die diesmal die Spuren des Musikverein-Jubiläums zu beseitigen hatten und dabei doch allerhand wagemutige Verwechsel-Wortspiele zum Vergnügen des Publikums abfeuerten.

Eine große Revue wurde der Abend durch gleich drei Auftritte der Fanfarenzügler, einmal als Olympioniken, dann sogar als "Mittler Ried-Ballett" im "Saloon" des Dorfs sogar mit Step- und Linedance. Die Mini-Garde und die "Scheependales" kamen natürlich auch nicht ohne Zugabe von der Bühne und bei den "Crazy Ladies" mit ihrer "Kreuzfahrt" tobte das überhaupt sehr gut gelaunte Publikum. Thomas Bertsche und Heidrun Ullrich spielten ihrer Geschlechter-Missverständnisse in zwei Auftritten köstlich aus. Nicht zuletzt sorgte der Musikverein Worblingen unter der Leitung von Thorsten Müller für schmissige Umbaupausen.
Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen