Kulturpunkt
Bernhard Beger bei der Ehrung für 30 Jahre im Gemeinderat von Rielasingen-Worblingen im Dezember 2014. swb-Bild: of/Archiv

Pressespiegel

Trauer um Bernhard Beger

Singener Wochenblatt online vom 03.01.2019 von Oliver Fiedler

Rielasingen-Worblingen. Beim großen Elferspiel des Narrereins Burg Rosenegg an Martini war er erstmals nicht auf der Bühne mit von der Partie und seine Rolle musste kurzfristig von einem anderen Spieler für die Fastnachtseröffnung der Rattlinger übernommen werden. »Das wird schon wieder«, hieß es auf besorgte Fragen der Narren über seinen Gesundheitszustand. Doch sein Sitz im Rielasinger Gemeinderat in der SPD-Fraktion blieb seither leer und er wird es auch bleiben. Am 28. Dezember ist Bernhard Beger im Alter von 68 Jahren verstorben. Und solche Menschen mit dem Herz am richtigen Fleck, die sich den Mund nie verbieten ließen, wenngleich hier auch vom Narrenrecht zuweilen Gebrauch gemacht werden musste, die einen ganz originären herben und sarkastischen Humor lebten, die dabei für Offenheit wie Ehrlichkeit, für eine an sachlicher Notwenigkeit orientierten Politik standen, hinterlassen eine Lücke, die niemand anderes ausfüllen kann.

Bernhard Beger, selbstständiger Augenoptikermeister im Rielasinger Ortskern bis zu seinem Ruhestand in 2017, verschaffte vielen Menschen in der Gemeinde den nötigen Durchblick. Angesichts des drohenden Ausscheidens seiner Frau Dagmar Wenzler-Beger aus den Diensten der Ten-Brink-Schule ebenfalls in Richtung Ruhestand, was diesen Sommer der Fall war, hatte er sich noch als Amtsbote für die Gemeinde verpflichtet, als der er höchste Anerkennung bekam, da seine Touren natürlich von manchen besonderen Begegnungen geprägt waren.

Gefragt waren seine Ansichten im Gemeinderat von Rielasingen-Worblingen, dem er von 1984 bis zu einem zu frühen Tod für die SPD angehörte. Bei der Ehrung für 25 Jahre in dem Gremium durch den Gemeindetag wurde ihm zudem die Ehrenmünze in Gold durch die Gemeinde verliehen. Politik für die Bürger war sein Thema und da durchschaute er schnell, wenn sich einer der drei Bürgermeister, die in diesen 34 Jahren vorne auf der Verwaltungsbank saßen, ein Denkmal setzen wollten. In dieser Zeit hat sich die Gemeinde immens entwickelt.

Der Narretei galt eine ganz besondere Leidenschaft. Beim Narrenverein Burg Rosenegg gehörte er den Hansele an, denn Fastnacht gehörte für ihn auch auf die Straße. In 2017 wurde er bei der Ordenssitzung für 40 aktive Jahre im Häs geehrt. Die  Bühne war die andere Seite der Medaille. 26 Jahre lang war Bögiy, wie er in der fünften Jahreszeit hieß, der »Nachtwächter« bei den Narrenspielen, zusammen mit Narrenpräsident Roland Schoch bis zu dessen plötzlichem Tod und seit 16 Jahren mit dem »Schermuser« (Bernd Ueltzhöffer). Und da brauchte er nicht immer Worte um in der Halle für Gelächter bis zum Muskelkater zu sorgen, denn seine Dialoge mit den Souffleusen waren legendär. Und da war noch die Burguine Rosenegg, wo Bögiy immer dabei war, als einer der tragischen Helden der Rielasinger Fastnacht, die nie Geld ober so viel Durst hatten ... und Lebenshunger.

Die Beerdigung findet am Mittwoch, 9. Januar, 14 Uhr, auf dem Friedhof in Arlen statt.
Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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