Kulturpunkt
Bilder dazu gibt es in der Galerie vom Singener Wochenblatt.

Pressespiegel

Ein Lied zum Gedenken an den Obernarr

Singener Wochenblatt online vom 02.02.2019 von Oliver Fiedler

Für einen besonderen Höhepunkt sorgte die Holzergruppe mit ihrer Seniorenrundfahrt per Bürgerbus, der zum gekonnten Männerballett mit rutschenden Röcken mutierte. swb-Bild: of

Rielasingen. Nicht ganz ausverkauft war die Premiere der diesjährigen Narrenspiele des Narrenverein Burg Rosenegg am Freitagabend, was auch im frühen Termin gelegen haben mag. Denn nachdem die Gemeinde die Halle vor der Fastnacht für ein Gastspiel von Lisa Fitz vergeben hatte, mussten die Narren ihr Programm mit den vier Vorstellungen um eine Woche vorziehen. Der Abend war in einem Punkt noch geprägt von der Trauer über den viel zu frühen Tod von Obernarr und Nachtwächter Bernhard "Bögyi" Beger und diese Lücke blieb an diesem Abend auch. Zunftpräsident Holger Reutemann ließ als Gedenken das Publikum einen seiner größten Gassenhauer "Mein Schal ist schmal" singen. Thematisch blieben die Narren in diesen Jahr auch eher im Dorf.

Michael Blum, Andreas Fürst und Daniel Pieper erweckten die Narren auf der Bühne und brauchten, in Erinnerung an den Hitzesommer gleich mal eine Ladung Schweißtücher für ihre Achseln. Büttenredner Gerd Schoch hatte neben so mancher Schmunzette über den "gestohlenen" Lachs von den letzten Narrenspielen auch manche närrisch-politische Botschaft parat. So empfahl er Bürgermeister Baumert angesichts dessen riesigen Wohnmobils, dass eigentlich dort ganz einziehen könnte, um seinen Wohnraum als Unterkunft für sozial Schwächere zur Verfügung zu stellen. In Anspielung auf die "schweigenden Glocken" der Singener Herz-Jesu-Kirche wegen Lärmbeschwerden von Anliegern, empfahl er, dass man für solche am besten gleich auch den Oster- und Pfingstmontag abschaffen könnte, wenn sie das Thema Kirche stören würde.

Eine lustige Vision hatten Reiner Baum, Karin Busshart, Andreas Fürst, Marita Reitze-Fürst, Moritz Baum, Paul Schoch, Lukas Uhler und Sandro Ienco ersponnen: Ein Drive-In Kino auf der Talwiese. Und dafür mussten erst mal alle Autos gewaschen werden mit reichlich Situationskomik.

Eine klasse Nummer war "Alte Wieber, ebbes für uns" von den Holzern Tom Albrecht, Matthias Baum, Ben Bröcker, Erwin Gräble, Jordi Hespeler, Simon Kupprion, Alexander Schlenker, Rudolf Staib, Samuel Wild unter der Leitung von Marianne Heimberg, Sabrina Naguschewski und Roland Reitze. Die alten Damen kamen im Dorf gar nicht mehr zurecht, denn der Penny ist nur dort wo der Edeka mal war, der Edeka gegenüber dem Platz wo der Plus mal war, der Plus wurde zu Netto, ist nun dort wo der Falken mal war und wo der Netto mal war, da würde man nun mit Kopftuch bedient, ganz so wie früher, als es noch aufs Feld ging. Das sorgte für Wirbel bei der Fahrt im Bürgerbus und mündete in ein knackiges Männerballett.

Eine kuriose Version vom "Brexit" lieferte der Fanfarenzug mit Highländer-Dudelsackverstärkung im Schottenrock unter der Leitung von Andreas Herzog.
 
Die Kuriositäten von Teleshopping brachten Sandro Ienco, Daniel Schorpp, Lukas Uhler und Jenny Bohrer auf die Bühne. Ihr Schlafkissen in Aktenordneroptik für Beamte und andere müde Büromenschen wurde vor allem aus dem Rielasinger Rathaus eifrig bestellt.

Eine Tolle Nummer war "Im Wechselbad der Gefühle" mit Alisa Fuhrmann, Milena Gonsior, Sarah Kauder, Thomas Gonsior, Nina Zeuner und Marc Eder. Dort trafen sich allerhand Gefühle, die die Menschen aus ihrem Bewusstsein verstoßen hatten zur Therapie - inklusive einem schönen Song.

Das Thema Highschool brachten die Gardemädchen Larissa Bohlander, Lena Fürst, Lea Gierke, Antonia Ienco, Marah Mayer, Theresa Rohr, Alisa Hils, Loredana Braganca, Leonie Roth unter der Leitung von Antonia Ienco und Cibrije Ienco effektvoll und sportlich auf die Bühne.

"Ko Ahnung" war ein viel belachter Auftritt von Ali Schoch und Thomas Gonsior, die allerhand Fundsachen aus der Talwiesenhalle ans Tageslicht brachten, bevor schon der Musikverein unter der Leitung von Helmut Matt das Finale einblies, um ausgelassen auf den Tischen zu tanzen. Aber irgendwie haben die eben doch gefehlt, der Nachtwächter, der Schermuser und der Trubehüter. Die Gesamtleitung hatte in bewährter Weise Dagmar Wenzler-Beger. 


Redakteur / Urheber
^
Redakteur / Urheber

Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK