Kulturpunkt

Pressespiegel

Baustart für neues Feuerwehrhaus noch nicht in trockenen Tüchern
Ortsbaumeister wartet noch auf Zuschuss

Singener Wochenblatt online vom 25.06.2022 von Oliver Fiedler

Der Grund für die aktuelle Hängepartie ist, wie Baumert und Ortsbaumeister Martin Doerries deutlich machten, in der unterschiedlichen Regelung bei den zwei Zuschüssen zu sehen, auf die die Gemeinde für die Finanzierung des 11-Millionen-Euro Projekts baut. Der Fachzuschuss über rund 575.000 Euro ist schon längst zugesagt und an einen Baubeginn innert 10 Monaten gebunden. Für die KfW-Mittel über 1,1 Millionen Euro gäbe es derzeit nur eine „fernmündliche“ Aussage, dass man mit dem Zuschuss rechnen könne, aber wann es definitiv wird, sei nicht ganz klar umrissen, so Doerries. Er rechne mit Juli, sagte Doerries.

Als weitere Verschärfung sei dazu gekommen, dass der Plan der Gemeinde, erst mal mit einer Gründung per Rüttelpfahl zu beginnen, nach Aussage des Bezirksbrandmeisters wohl nicht als wirklicher Baubeginn gewertet werde, also die Gemeinde eigentlich in Bälde den Rohbau ausschreiben müsste. Den KfW-Zuschuss bekomme man nur „vor dem Baubeginn“.
Auf der anderen Seite wurde allerdings inzwischen in der Planung ein anderes Modell der Gründung entwickelt, mit dem man zumindest in diesem Bereich Geld sparen könne, sagte Martin Doerries. Man könne auch zur Stabilisierung des Untergrunds den Boden durchgraben und dabei mit Beton vermischen, um ihn so stabil zu machen, dass er die Bodenplatte des künftigen Feuerwehrgebäudes gut tragen könne. Damit könne man sich das Abtragen des in diesem Bereich anfallenden Bodenaushubes und dessen Abtransport und die Entsorgung als Sonderabfall sparen, meinte Doerries. Durchkalkuliert war diese Alternative aber nicht.

Harsche Kritik zum aktuellen Sachstand kam aus dem Gemeinderat dazu. Hermann Wieland (FW) sagte: "Da bin ich schon etwas schockiert, weil die Verwaltung immer gesagt hatte, dass es ausreichen würde, mit dem Bau zu beginnen. Wir haben hier entschieden aufgrund einer Desinformation."  Rudi Caserotto, ferienhalber der einzige CDU-Vertreter in der Sitzung meinte, das man das als Gemeinderat von der Verwaltung erwarten können müsse, dass es hieb- und stichfeste Zahlen gebe. Man sei zu gutgläubig gewesen bei den Entscheidungen. Lothar Reckziegel zeigte sich entrüstet: unter Zugzwang haben letztes Jahr wegen der 10 Monate entschieden. Die Ausschreibung sei noch kein Baubeginn, sie sollte aber jetzt gemacht werden, damit man wisse, was auf dem Markt los ist. Denn man habe noch immer keine genauen Zahlen. Klaus Rohr macht sich Sorgen mit der Ausschreibung. Alle Kostenberechnungen seien derzeit passé. Täglich stiegen die Preise. Auch er plädierte dafür schnellstmöglich auszuschreiben, um einen Preis zu bekommen. Die Firmen gäben keine Angebote mehr für einen so langen Zeitraum des Baus ab. Man müsse mit „Mondpreisen“ rechnen. Jana Akiyldiz frage nach, ob man dem zum Thema Holzbau Zuschussanträge gestellt habe, was Martin Doerries verneinte. Er gehe eigentlich nicht davon aus, dass es solche Zuschüsse für Hybridbauten gebe, wie das Rielasinger Feuerwehrhaus eines wird. Aus seiner Sicht könne man hier eine Förderung auch erst mit einem abgeschlossenen Projekt beantragen.

In dem neu aufgestellten Bauzeitenplan, der in der Sitzung auch an die Wand geworfen wurde, soll nun eine Ausschreibung für den Rohbau und die Gründungsarbeiten vorgenommen werden, mit dem Ziel bis Ende des Jahres mit Bauen beginnen zu können, so der Ortsbaumeister.

Redakteur / Urheber
^
Redakteur / Urheber

Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen