Kulturpunkt

Pressespiegel

DRK braucht Personal für die Bereitschaft

Singener Wochenblatt online vom 01.07.2022

Rielasingen-Worblingen. Nachdem in den letzten beiden Jahren keine Jahreshauptversammlung für das DRK in Rielasingen-Worblingen in Präsenz durchgeführt werden konnte, war es an der diesjährigen Jahreshauptversammlung, welche in den Frühstücksräumen des Hotel Löwen durchgeführt wurde, möglich, Rechenschaft für die Jahre 2019, 2020 und 2021 abzugeben und viele Mitgliedern für langjährige ehrenamtliche Arbeit zu ehren und ihnen zu danken. Auch von vielen Wechseln war diese Versammlung geprägt.

Beim Hören der Jahresberichte von Bereitschaftsleitung, Jugendrotkreuz, Seniorenbetreuung und Seniorengymnastik für das Jahr 2019 wurde sehr deutlich, was in den Jahren 2020 und 2021 Corona bedingt nicht möglich war. Viele Veranstaltungen fanden einfach nicht mehr statt und auch die Aus- und Weiterbildung in Bereitschaft und Jugendrotkreuz war nicht möglich. Da auch alle sportlichen und kulturellen Veranstaltungen abgesagt werden mussten, war auch kein Sanitätsdienst nötig. Das gewohnte kameradschaftliche Miteinander und alle Aktivitäten fielen einfach aus.

Außerordentlich aktiv war in dieser Zeit die Bereitschaftsleitung. Im Krisenstab der Gemeinde gefordert und mit tatkräftiger Unterstützung der Bereitschaftsärztin Dr. med. Sandra Bürkle wurden sehr viele Corona-Tests durchgeführt und im Bereich Hygieneschulungen sehr viel vorbeugendes Wissen vermittelt. Auch die Seniorennachmittage fielen ersatzlos aus. Das Leitungsteam verteilte in der Adventszeit ein kleines Geschenk an die regelmäßig zu den Veranstaltungen erscheinenden Senioren. Die Seniorengymnastik fand am 13. März 2020 zum letzten Mal statt.

Bei dem Tätigkeitsbericht der Bereitschaftsleitung klang Wehmut mit. Nach 7 Jahren Bereitschaftsleitung haben sich Sabrina Schorpp, Lorena Wehofsky und Michael Waidele entschlossen, nicht mehr für das Amt zur Verfügung zu stehen. Die Anforderungen an Leitungskräfte im Ehrenamt, verbunden mit einer nicht zu unterschätzenden beruflichen Belastung, waren sicher mitentscheidend für diesen Schritt. Sie bleiben der Bereitschaft aber in verschiedenen Funktionen erhalten.

»Wir wollen es schaffen, die vielfältigen Dienste in Rielasingen-Worblingen selbst zu schaffen. Dazu brauchen wir mehr junge ausgebildete Sanitäter«, war die Ansage in der Versammlung. Aktuell sei man personell zu schwach aufgestellt, um die vielen Veranstaltungen in der Gemeinde alleine abdecken zu können. Wie Bürgermeister Ralf Baumert als Vorsitzender des Ortsvereins zuvor erklärt hatte, habe man Nachwuchs gewinnen können. Jedoch seien Ausbildungs- und Studienplätze nicht unbedingt vor Ort zu finden. „So waren die erhofften jungen Bereitschaftsmitglieder zwar auf dem Papier vorhanden, aber physisch nicht greifbar“, erläuterte Baumert bei der Verabschiedung der Bereitschaftsleitung. Der Sanitätsdienst in Rielasingen–Worblingen wird basierend auf einer Zusammenarbeit mit dem DRK Singen aber sichergestellt.

Neben dem Rücktritt der Bereitschaftsleitung hieß es auch Abschied nehmen von Barbara Schoch. 37 Jahre leitete sie die Seniorengymnastik. Die Schließung der Sporthallen während Corona nahm sie als guten Zeitpunkt zum Rücktritt, um dann einen Neuanfang zu ermöglichen. Ralf Baumert, bedankte sich bei Barbara Schoch für 37 Jahre wertvolle Arbeit zum Wohle der Gesundheit der Bürger in Rielasingen-Worblingen und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute. Ein langanhaltender Applaus – bei dem sich die Versammlung geschlossen von den Stühlen erhob, bekundete die große Wertschätzung. Ab September soll das Angebot – dann geleitet von Ulli Graf vom TV Arlen – wieder neu starten.

Im Bild Ralf Baumert als Vorsitzender des DRK Ortsverbands Rielasingen-Worblingen, Anne Wieland, Barbara Schoch, Werner Mentzel, Hermann Schmid, der zweite Vorsitzende des Ortsverbands.

Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften

Im Anschluss fanden etliche Ehrungen für verdiente Mitglieder statt. Für 55 Jahre Mitgliedschaft wurde Werner Mentzel, für 50 Jahre Hermann Schmid, Thomas Schmid und Marianne König, für 45 Jahre Leo Schmid und Ralf Weisser, für 20 Jahre Michael Waidele und Lorena Wehofsky sowie für 10 Jahre Selina Auer geehrt.
In den Pandemiejahren 2020 und 2021 waren folgende Ehrungen ausgesprochen worden: 50 Jahre: Anne Wieland; 40 Jahre: Magdalena Braun; 25 Jahre: Dominik Bayer; 20 Jahre: Melanie Pleli, Monika Meyer, Ursula Schmid, Ramona Fortenbach; 5 Jahre: Noel Luna.

Höhepunkt der Versammlung war die Ernennung von Anne Wieland und Werner Mentzel zu Ehrenmitgliedern - nach einem einstimmigen Beschluss des Vorstands als Dank und Anerkennung. Während ihrer langjährigen Zugehörigkeit zum DRK Rielasingen–Worblingen haben sich beide mehr als von aktiven Mitgliedern erwartet wird, für das Wohl und Sein des Ortsvereins eingesetzt.

Anne Wieland, die 1971 ins DRK eintrat, war 28 Jahre Schriftführerin und danach vier Jahre 2. Vorsitzende. In all den Jahren stand sie auch Sanitätsdienste zur Verfügung und außerdem zeichnete sie sich für die Organisation der Altennachmittage der Gemeinde in der Rosenegghalle verantwortlich. Im Jahr 2004 rief der Kreisverband und sie baute das Kreisauskunftsbüro auf. Nach 16 Jahren verantwortungsbewusster und vorbildlicher Arbeit, übergab sie die Leitung in jüngere Hände und Köpfe. Sie arbeitet heute noch aktiv im Team mit. Im Ortsverein Rielasingen–Worblingen ist sie aktuell Teil des Teams Seniorenbetreuung.

Werner Mentzel – Mitglied seit 1966 – war und ist nicht nur im Ortsverein aktiv. Zusätzlich zu den Sanitätsdiensten in Rielasingen fuhr er in den 1970er und 1980er Jahren an Wochenenden im Krankentransport in Radolfzell und seit 2006 ist er im Kreisauskunftsbüro tätig. Fast 5 Jahrzehnte war er für die Personaldokumentation im Ortsverein Rielasingen verantwortlich und als für Klaus Wucherer ein Nachfolger als Schatzmeister gesucht wurde, war er zur Stelle.

Redakteur / Urheber
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Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen