Lebenslage

Zwangsverheiratung

  • In Notfällen oder wenn Sie akut von Gewalt bedroht sind, können Sie auch die Polizei einschalten. Weitere Informationen zum Vorgehen finden Sie auch unter "Liste. Welche weiteren Stellen anonyme Onlineberatungen zu diesem Thema anbieten, können Sie im Internetportal von TERRE DES FEMMES e.V. nachlesen.
  • YASEMIN - Beratungsstelle der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. ist eine Beratungsstelle für junge Migrantinnen zwischen 12 und 27 Jahren, die Schwierigkeiten mit ihrer Familie, ihren Verwandten und ihrem sozialen Umfeld haben. An YASEMIN können Sie sich wenden, wenn Sie von einer Zwangsheirat bedroht oder schon zwangsverheiratet worden sind. Die Beratungsstelle YASEMIN wendet sich mit ihrem Angebot an unmittelbar Betroffene, aber auch an vertraute andere Personen.
  • Die Online-Beratungsstelle "Sibel" von Papatya e.V. bietet bundesweit Hilfestellungen bei Fragen zur Zwangsverheiratung und/oder der Gewalt im Namen der sogenannten „Ehre“ an. Papatya betreibt auch eine Koordinierungsstelle gegen Verschleppung und Zwangsverheiratung.
  • Weiterführende Informationen bietet in diesem Zusammenhang auch die gemeinnützige Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES e. V. an. Auf deren Internetseite stehen Ihnen weitere Materialien zur Verfügung.
  • Wenn Sie minderjährig sind, können Sie sich auch an das zuständige Jugendamt wenden. Dieses ist verpflichtet, Sie in Obhut zu nehmen, wenn Sie darum bitten. Näheres zu dieser Möglichkeit können Sie unter „Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen beantragen“ nachlesen.
  • Wurden Sie im Ausland zwangsverheiratet oder zu diesem Zweck ins Ausland verschleppt, können Sie unter Umständen ein eigenes Rückkehrrecht geltend machen und eine Aufenthaltserlaubnis unter erleichterten Bedingungen erhalten. Nähere Informationen darüber, welche Arten von Aufenthaltserlaubnissen es gibt und wie Sie diese beantragen können, erfahren Sie im Kapitel „Aufenthaltserlaubnis“ der Lebenslage „Zuwanderung“.
  • Wenn Sie eine unter Zwang geschlossene Ehe aufheben lassen möchten, wenden Sie sich an das Familiengericht, in dessen Bezirk Sie und Ihr Ehemann oder Ihre Ehefrau Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Eine Zwangsverheiratung greift als schwere Menschenrechtsverletzung tief in die persönliche Lebensgestaltung des Opfers ein. Opfer, die einer Zwangsverheiratung zu entgehen suchen, werden häufig von psychischer und physischer Gewalt aus der eigenen Familie bedroht bis hin zum Ehrenmord.

Zu Zwangsverheiratungen kommt es auch in Deutschland in nennenswertem Umfang. Zwar liegen keine konkreten Zahlen vor. Fachleute gehen aber von einigen tausend Fällen jährlich aus.

In erster Linie sind Mädchen und junge Frauen von Zwangsverheiratung bedroht. Dies zeigen die Nachfrage in entsprechenden Beratungsstellen und einschlägige Studien . Die Opfergruppe der jungen Männer und Paare darf aber nicht ausgeblendet werden.

Das Sozialministerium koordiniert und finanziert die Beratung junger Menschen, die von Zwangsverheiratung beziehungsweise Gewalt im Namen der sogenannten „Ehre“ bedroht oder betroffen sind.

Um potenzielle Opfer besser zu schützen, wurden unter anderem auf Anregung der Landesregierung Baden-Württemberg eine Reihe von Gesetzesänderungen verabschiedet.

Übergeordnete Lebenslage: Hilfe für Gewaltopfer

Gemeindeverwaltung Rielasingen-Worblingen
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